Pflegereform kommt 2017

Wenn gleich es auch kein wegweisender Schritt ist der mit der geplanten Pflegereform gegangen wird, so nimmt sich der amtierende Bundesgesundheitsminister Gröhe jedoch der Reform der seit 20 Jahren in Deutschland existierenden Pflegeversicherung an, indem er dafür sorgen will das zukünftig mehr Menschen Leistungen aus der Pflegeversicherung in Anspruch nehmen können.

Von drei Pflegestufen, welche sich stark an den körperlichen Einschränkungen orientierten, sollen zukünftig fünf Pflegegrade den individuellen Pflegebedarf besser erfassen und somit den Zugang für psychisch- und dementiell erkrankte Menschen in das Pflegeversicherungssystem vereinfachen.

Mit einer Umsetzung der Pflegereform wird nicht vor 2017 gerechnet. Vorab jedoch erprobt man das neue System bundesweit an 2.000 Pflegebedürftigen in 40 Pflegeheimen um bis zum Jahresende 2014 die gesammelten Erfahrungen in die Gesetzesgrundlage einfließen lassen zu können.

Eine Erprobung der neuen Pflegegrade im ambulanten Bereich scheint nicht geplant ist jedoch zwingend notwendig um auch die hier gesammelten Erfahrungen in die Gestzesvorlage mit einfließen lassen zu können damit aus der geplanten Pflegereform nicht nur ein Reförmchen wird.

Widerstand gegen die Zeitvorgaben bis zur Umsetzung der neuen Pflegegrade im Rahmen der Pflegereform, frühestens 2017, regt sich innerhalb der eigenen Koalition ebenso wie aus der Opposition.

Das Denken in Legislaturperioden stößt übel auf insofern man davon ausgehen kann, das das Thema Pflegereform drängt und nicht als Wahlthema für die nächste Bundestagswahl herhalten darf. Schon der im vergangenen Jahr ausgeschiedene Ex Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr kam seiner Verantwortung in Bezug auf eine Reform der Pflegeversicherung nicht nach und brachte statt dessen nur eine überflüssige Zusatzversicherung zu Stande.

Vorab soll es Leistungsverbesserungen im alten System geben welche Anfang 2015 greifen sollen und die Bereiche Familienpflege, Unterbringung in der Kurzzeitpflege sowie den Bereich Entlastung pflegender Angehöriger durch ambulante Dienste betreffen sollen.

Umsonst werden wir diese „Wohltaten“ jedoch nicht in Anspruch nehmen können da eine Erhöhung der Beiträge zur Pflegeversicherung um 0,5 Prozentpunkte schon für Anfang 2015 geplant ist.

Dafür ist eine Steigerung der Leistungen um bis zu vier Prozent geplant.

Insbesondere Menschen welche an dementiellen oder psychischen Erkrankungen leiden sollen von einer Verbesserung der Versorgungsstruktur profitieren für die man eine (fast) Verdopplung der Betreuungskräfte von jetzt 24 auf 45.000 plant. Wie sich das mit dem an allen Ecken diskutiertem Mangel an qualifiziertem Personal vereinbaren lässt ist bisher noch offen.

Das Pflege Geld kostet bestreitet niemand jedoch muss die Frage erlaubt sein ob die jährlich bis zu 6 Milliarden Euro mehr im System sich auch in einer höheren Qualität niederschlagen?

Geld allein macht noch keine gute Pflege so wie professionell Pflegende diese fordern. Das ständige drehen an der Beitragsschraube kann nicht die Ultima Ratio sein wenn es um die Reform der Pflege im ambulanten wie stationären Bereich geht.

Strukturelle Veränderungen müssen her die man jedoch aus dem Bundesgesundheitsministerium nicht erwarten kann da die Lobbyisten stets mehr Geld verlangen anstatt sich zu Gedankenspielen für eine wirkliche Reform hinreißen zu lassen.

Die um die es geht haben keine Lobby und so wird wieder einmal herum gedoktort ohne den real existierenden Problemen in der Pflege ins Auge zu schauen.

Eine strukturelle Veränderung des Systems bedeutet die seit Florence Nightingale als Moderne Krankenpflege gepriesenen Errungenschaften auf den Prüfstand zu stellen und in die heutige Zeit zu übertragen. Während sich der medizinische Fortschritt nicht aufhalten lässt und im i8 davon rast zieht die Pflegegemeinde, nur noch die Rücklichter sehend, mit ihrem Bollerwagen hinterher.

Author: admin

Hallo, ich bin Uwe und als Admin der pflegefabrik.de verfüge ich über 30 Jahre Berufserfahrung als examinierter Krankenpfleger in den verschiedensten Bereichen unseres Gesundheitssystems. Während dieser Zeit sammelte ich langjährige Erfahrungen im intensivmedizinischen Bereich einer Akutklinik, im Pflegedienst und stationären Altenpflegebereich, qualifizierte Menschen als Dozent in der Basisqualifikation und bin als Wundexperte ICW, Ernährungs- und Dekubitusmanager im Aussendienst eines Home Care Dienstleisters tätig. Feedbacks sind erwünscht

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