12. Mai: Tag der Pflege & keiner geht hin

Am 12. Mai war also der Tag der Pflege und dennoch kann einem dieser Tag wie jeder andere Tag vorgekommen sein da von einem revolutionärem Aufschrei der Pflegenden so gar nichts in Deutschlands Hauptstadt Berlin zu hören war.
Keine unnötigen Staus in der Berliner Innenstadt wegen wütend protestierender Pflegekräfte die mit Bannern in den Händen ihrem Unmut Luft machen, mit Trillerpfeifen in ihren Mündern lauthals die durch Megafone gällenden Appelle ihrer Standesvertreter unterstützen und für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgen.

Keine Sitzblockaden vor dem Bundesgesundheitsministerium um den Damen und Herren Staatssekretären oder dem Minister persönlich die Leviten zu lesen.

Scheinbar gedachte man der am 12. Mai 1820 geborenen Florence Nightingale bei Kaffe und Kuchen im Kranzler Eck bei herrlichem Sonnenschein oder zündete ihr zu Ehren eine Kerze an, setzte sich an den mit Blumen geschmückten Tisch und philosophierte was das Zeug hielt über die Zustände welche in der Pflege herrschen!

Was war los am 12. Mai?

Der Berliner Senator für Gesundheit und Soziales Mario Czaja dankte den Pflegenden in einer Rede: „Zum Tag der Pflegenden möchte ich mich bei all denen bedanken, die in der Pflege jeden Tag eine wichtige und wertvolle Arbeit leisten. Jeder wünscht sich ein langes und dabei gesundes, selbstständiges Leben.“ und fügte weiter hinzu: „Wir brauchen dafür mehr und gut motivierte Pflegekräfte, um den Bedarf langfristig auch decken zu können.“

Während dessen absolvierte die Bundesministerin Manuela Schwesig einen Praktikumstag im Lazarus Haus in Berlin und fand in diesem Zusammenhang warme, wohltuende Worte für die in der Pflege tätigen: „Es ist beeindruckend was Pflegekräfte tagtäglich leisten. Für gute Pflege ist es wichtig, dass die Pflegekräfte sehr gute Ausbildungsmöglichkeiten haben und bei ihrer Tätigkeit unterstützt werden“

In Bayern forderte man vom Bundesgesundheitsminister Reformen ein welche er in diesem Zusammenhang auch zusagte und an deren Ausarbeitung man doch schon eifrig arbeite.

Fazit des Tages

Es fiel schwer die Gedanken auf Florence Nightingale zu lenken wo doch so viele deutsche Politiker an diesem Tag sich als bekennende Freunde Martin Luthers zu erkennen gaben und Reformen forderten, dafür eintraten oder diese ankündigten.

Nimmer satt wurden seitens der hautevolee der deutschen Gesundheitspolitik Reformen der Pflege, eine Verbesserung der Ausbildungssituation, verbesserte Arbeitsbedingungen und daraus resultierende bessere Bezahlungen sowie mehr Geld für die Pflege insgesamt angekündigt.

Nur Termine nannte niemand wohl wissend das der Bundesgesundheitsminister seine Reformen erst für das Wahljahr 2017 plant um ein Pfund in der Hand zu halten wenn es darum geht Wählerstimmen zu sammeln.

Soziale Themen machen sich bekanntlich gut im Wahlkampf und verschaffen ein positives Image indem man sich der Sorgen und Nöte der Alten, Kranken, Gebrechlichen sowie derer die mit der Pflege und Versorgung dieser Menschen beschäftigt sind, annimmt.
Wenn auch nur für die Zeit des Wahlkampfes um denen dann im nach hinein mitteilen zu können das man Reformen nicht einfach so aus dem Hut zaubern kann, diese gut vorbereitet, besser noch in der praktischen Anwendung erprobt werden müssen bevor sie als Gesetzesvorlage im Bundestag zur Abstimmung vorgelegt werden können.

Der sich ankündigende Pflegenotstand wurde Anfang der 60 er Jahre des 20. Jahrhunderts schon in seitens der Gewerkschaften thematisiert so dass man davon ausgehen kann das es in rund 50 Jahren doch wohl hätte möglich sein können das mal jemand mit Vorschlägen ums Eck kommt.

Dem ist nicht so und wird auch nicht so sein, da die um die es geht ( Alte, Kranke und die in der Pflege tätigen) keine Lobby haben die sie vertritt.

Berufsverbände die auf Rösser aufspringen welche an ihnen vorbei reiten um gesehen zu werden von ihren paar , sie finanzierenden, Mitgliedern da sie sonst vom Gros der Pflegenden mit Ignoranz gestraft werden da sie ihren Blick auf Posten richten für deren Einrichtung sie wie die Löwen kämpfen.

Author: admin

Hallo, ich bin Uwe und als Admin der pflegefabrik.de verfüge ich über 30 Jahre Berufserfahrung als examinierter Krankenpfleger in den verschiedensten Bereichen unseres Gesundheitssystems. Während dieser Zeit sammelte ich langjährige Erfahrungen im intensivmedizinischen Bereich einer Akutklinik, im Pflegedienst und stationären Altenpflegebereich, qualifizierte Menschen als Dozent in der Basisqualifikation und bin als Wundexperte ICW, Ernährungs- und Dekubitusmanager im Aussendienst eines Home Care Dienstleisters tätig. Feedbacks sind erwünscht

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